Die Zahl der Brutpaare vom Steinkauz in Bochum sind zurückgegangen, während die Schleiereulen-Population leicht zugenommen hat. Das ist das Ergebnis einer Brutplatz-Kartierung, die der NABU Bochum im Auftrag der Stadt zu diesen beiden Eulenarten im vergangenen Jahr begonnen hatte.
Steinkauz, Foto: Tom Dove
Nisthilfe für den Steinkauz, Foto Horst Petersen
Vom kleinen Steinkauz wurden noch 21 Brutpaare gefunden. Damit hat sich der Bestand gegenüber der letzten Bestandaufnahme von 1991, bei der 24 Paare nachgewiesen wurden, auf den ersten Blick nur wenig zum Negativen verändert. „Betrachtet man die Verteilung der Reviere auf der Karte, fällt auf, dass von den acht Brutpaaren im regionalen Grünzug D zwischen Leithe, Sevinghausen und Essen-Freisenbruch im Jahr 2008 fünf Paare auf Essener Gebiet gebrütet haben,“ so Claus Sandke, Vogelkundler des NABU Bochum. Würde man diese fünf Paare aus dem Ergebnis heraus rechnen, hätte sich der Steinkauzbestand auf Bochumer Gebiet deutlich um 25% verringert.
In den drei Kerngebieten Brenschede/Lottental, Ruhrtal/Stiepel und dem regionaler Grünzug D auf der Grenze zwischen Wattenscheid und Essen sollten die notwendigen Lebensräume und Brutplätze der Steinkäuze besonders geschützt und gefördert werden. „Für ihr Brutrevier brauchen Steinkäuze alte Kopfbaumbestände mit natürlichen Höhlen oder Obstwiesen“, so Sandke. Zur Jagd auf seine Hauptnahrungsquelle, Mäuse, Käfer und Regenwürmer, ist der Steinkauz auf Wiesen und Weiden angewiesen, die nicht zu intensiv genutzt werden und mit ausreichend Zäunen und Hecken als Sitzwarten durchsetzt sind. Von den 16 Brutpaaren, deren Bruthöhle direkt gefunden wurde, brüteten acht in natürlichen Höhlen, vier in künstlichen Niströhren und vier in Gebäuden.
Zur parallel laufenden Kartierung der Schleiereulen-Brutpaare – auch hier lagen die letzten Daten mehr als 15 Jahre zurück – hatte der NABU Stadtverband auch die Bürgerinnen und Bürger in Bochum um Mithilfe gebeten. Zahlreiche Hinweise auf diese gerne in Scheunen und Kirchtürmen brütende Art waren daraufhin bei den Eulenschützern eingegangen. Sie wurden allesamt von den Fachkundigen verifiziert und sind in die Kartierung eingeflossen. So wurden in der vergangenen Brutperiode in Bochum 14 Schleiereulenbrutpaare gefunden, die sich fast über das ganze Bochumer Stadtgebiet verteilten. Damit hat sich der Bestand dieser Eulenart – vor allem durch die in den vergangenen Jahren installierten Nistkästen – weitgehend gefestigt. Zwölf der gefundenen Paare brüteten in Nistkästen, die vom NABU Bochum, in Zusammenarbeit mit den Bochumer Landwirten oder von Privatpersonen installiert wurden. In weiteren sechs Gebäuden fand der NABU Schleiereulen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht brüteten. Naben der Lokalisierung der Brutreviere hat der NABU Biotopkarten im Umkreis von 500 m um die Brutplätze der Steinkäuze und 1000 m bei den Schleiereulen angefertigt.
Der Erhalt der biologischen Vielfalt gehört zu den größten Herausforderungen des Naturschutzes in den kommenden Jahren. Wenn eine Trendwende im Rückgang der biologischen Vielfalt erreicht werden soll, bilden Daten wie diese eine Grundlage für Planungs- und Genehmigungsverfahren. Unter den gesetzlich geschützten Arten spielen die so genannten „planungsrelevanten Arten“, zu denen auch Steinkauz und Schleiereule zählen, eine besondere Rolle.
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