Stunde der Gartenvögel: Wieder mehr Vögel in nordrhein-westfälischen Gärten
Die diesjährige NABU-Zählaktion „Stunde der Gartenvögel“ vom 13.-16. Mai ist beendet. Trotz kühlen Wetters und Regen beteiligten sich am Himmelfahrtswochenende in Nordrhein-Westfalen über 25.000 Menschen an der Stunde der Gartenvögel. Nach dem vergangenen Rekordjahr, in dem im Westen über 28.000 Vogelfreunde mitzählten, ist dies die zweithöchste Beteiligung seit Beginn der Aktion im Jahr 2006. Es wurden mehr als 549.000 Vögel aus rund 17.500 Gärten gemeldet. Mit durchschnittlich 31,5 Vögeln pro Garten erfreulich mehr als in den vergangenen Jahren.
Stieglitz (Distelfink). Foto: NABU Bochum
Den meisten Vogelarten macht das derzeit wechselhafte und teils recht kühle Wetter wenig aus, einige Arten profitieren sogar. Etwa die Amsel, sie kommt bei feuchtem Wetter viel besser an ihre Leibspeise: Regenwürmer. Der schwarze Vogel belegt nach dem Haussperling Platz zwei der am häufigsten gemeldeten Gartenvögel. Dabei ist er auch der zuverlässigste Gartenbesucher in NRW – er wurde in über 94 Prozent aller Zählungen genannt.
„Während die Gesamtzahl der Vögel im Siedlungsraum im Gegensatz zu den Beständen in der Agrarlandschaft damit weiterhin weitgehend konstant bleibt, gibt es doch für viele Vogelarten besorgniserregende Entwicklungen“, sagt Birgit Beckers, stellvertretende Vorsitzende und Vogelexpertin beim NABU NRW. So verharren die Sorgenkinder Mauersegler, Mehlschwalbe, Grünfink und Zaunkönig auf Höhe der schlechten Ergebnisse aus den Vorjahren. Bei Mauersegler und Mehlschwalbe spiele neben Insektenmangel und Wohnungsnot aber auch das Wetter eine Rolle. „Ist es hier im Beobachtungszeitraum kalt und nass, gehen sie einfach hundert Kilometer weiter südwestlich auf Insektenjagd und werden dann in unseren Gärten natürlich nicht gesichtet“, so Beckers weiter.
Mit Spannung erwartet wurden die Zählergebnisse der Blaumeise. Bei der kleinen Meise mit dem blauen Köpfchen hatte im Frühjahr 2020 ein bakterieller Erreger namens Suttonella ornithocola erstmals zu einem Massensterben in vielen Teilen Deutschlands geführt. Dort, wo es grassierte, hatten die Sichtungen bei der Vorjahreszählung deutlich abgenommen. Eine Welle verstorbener Blaumeisen war zwar auch in diesem Frühjahr wieder festzustellen, sie war jedoch deutlich kleiner. „Die Blaumeise hat sich vom Einbruch im vergangenen Jahr offenbar erholt“, so Christian Härting vom Landesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW. Offenbar konnten erfolgreiche Bruten die Verluste weitgehend ausgleichen.
Ebenfalls positiv entwickeln sich weiterhin die Gartenbestände von eigentlichen Waldvögeln wie Ringeltaube und Buntspecht. Ein besonderer Gewinner der aktuellen Zählung ist offensichtlich der Stieglitz. Die gemeldeten Zahlen dieses farbenfrohen Finkenvogels machten einen Sprung: In diesem Jahr konnte er in 16 Prozent aller Gärten mit 0,43 Vögeln pro Garten entdeckt werden. Beide Werte sind doppelt so hoch wie noch zu Beginn der Zählungen. Die Besonderheit dieser Art ist, dass er als einer von ganz wenigen Singvögeln seine Jungen nicht mit Insekten, sondern vegetarisch ernährt. Und auch der Kernbeißer wurde in diesem Jahr deutlich häufiger als sonst üblich zurzeit der Frühlingszählaktion in nordrhein-westfälischen Gärten gesichtet.
Das aktuelle Ergebnis der Vogelzählaktion abrufbar und kann mit vergangenen Jahren verglichen werden. Die Ergebnisse für Nordrhein-Westfalen finden Sie hier.
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Einwilligung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Präferenzen
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.