Schmetterlinge im Sinkflug – Ergebnisse der Schmetterlings-Zählaktion
Das Ergebnis der diesjährigen Schmetterlings-Zählaktion ist niederschmetternd. Viel Regen ließ die Meldungen bereits in der ersten Halbzeit stark einbrechen. In der wechselhafteren zweiten Halbzeit der Zählaktion nahmen die Beobachtungen zwar etwas zu, kommen aber, trotz regerer Teilnahme, nicht an die Ergebnisse von 2023 heran. Insgesamt sind rund 10.000 Beobachtungen beim NABU NRW eingegangen, nur wenig mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr.
C-Falter (Foto: NABU Bochum)
Die Ergebnisse im Detail
Den ersten Platz belegen erneut wenig überraschend die Weißlinge mit rund 1.500 Meldungen. Auf Platz 2 folgt das Tagpfauenauge mit 1300 Meldungen. Damit wurde es im Verhältnis zum Vorjahr fast doppelt so häufig gezählt. Platz 3 belegt mit knapp 1.000 Beobachtungen der Admiral, Platz 4 das Große Ochsenauge (670). Platz 5 und 6 teilen sich das Landkärtchen und der Zitronenfalter mit jeweils rund 290 Meldungen. Der Schornsteinfeger und die Gruppe der Dickkopffalter liegen knapp dahinter mit je rund 270 Meldungen. Zu den weiteren noch häufiger gesichteten Tagfaltern gehören der C-Falter (195), der kleine Fuchs (110), die Gruppe der Bläulinge (100) und weit abgeschlagen der Distelfalter (45). Auch unter den sechs zur Beobachtung vorgeschlagenen Nachtfalter-Arten zeichnet sich ein schlechtes Zählbild ab. Hier liegt die Gammaeule wie im Vorjahr auf Platz 1, weist aber lediglich 86 Zählungen (2023: 460) auf. Auch das Taubenschwänzchen kommt auf dem zweiten Platz mit 61 Beobachtungen nicht an das Vorjahresergebnis (410) heran. Gleiches gilt für den Weißen Schwarzaderspanner mit 27 Meldungen (2023: 170). Der Ockergelbe Blattspanner (25), das Sechsfleck-Widderchen (17) und der Ampferspanner (5) gehören ebenfalls zu den gezählten Nachtfaltern.
Daten geben Anlass zur Sorge
„2023 war bereits ein außerordentlich schlechtes Schmetterlingsjahr. Dieses Jahr schließt daran nahtlos an“, kommentiert Karl-Heinz Jelinek, Schmetterlingsexperte des NABU NRW die Ergebnisse. Der schon lange zu beobachtende Artenschwund wie auch der Rückgang der Individuenzahlen innerhalb einer Art sind vor allem der massiven Belastung der Kulturlandschaft durch Überdüngung und Pestizideinsatz geschuldet. So machen Fachleute die zunehmende Kontamination von Naturschutzgebieten mit Pestiziden wie dem Fungizid Fluopyram, das sich offenbar immer weiter im Boden anreichere und höchstwahrscheinlich auch insektizid wirke, verantwortlich für einen Teil des zu verzeichnenden Falterschwundes. Verstärkt wird diese Entwicklung nun noch durch die Auswirkungen des Klimawandels. So verträgt der in den 1990ern noch häufigen Schornsteinfeger Sommerhitze und Trockenheit schlecht“, erklärt Jelinek. Im Gegensatz dazu kann auch die teilweise langanhaltende, feuchte Witterung dieses Jahres den Melderückgang erklären, da einige Artengruppe anfälliger auf solche Bedingungen reagieren bzw. ihre Metamorphose gestört wurde. Landkärtchen und Tagpfauenaugen scheinen sich dagegen etwas zu erholen. Jelinek: „Vermutlich konnten sie im vergangenen Jahr davon profitieren, dass ihre Raupenfutterpflanze, die Brennnessel, nicht vertrocknet ist.“
Äußerst positiv sei aber das Engagement und das Interesse vieler Bürger*innen für den Insektenschutz und das naturnahe Gärtnern vor der eigenen Haustüre zu bewerten. „Auch wenn es gerade in der ersten Hälfte nicht viel zu zählen gab, haben sich zahlreiche Menschen beteiligt und informiert. Es gab viele Nachfragen über das beobachtete Fehlen der Falter und wie man ihnen folglich helfen könnte“, so Sarah Fontane, naturschutzfachliche Leiterin des Schmetterlingsprojektes. Tipps und Anregungen für eine schmetterlingsfreundliche Gartengestaltung hat der NABU für alle Interessierten auf der Projekt-Internetseite unter www.platzfuerfalter.de zusammengestellt.
Die Meldungen der Schmetterlingszählaktion gingen über den NABU NRW und über die Onlineplattform des Kooperationspartners naturgucker.de ein. Wer in diesem Sommer weiterhin Schmetterlinge melden möchte, kann dies gerne über folgenden Link tun: https://www.naturgucker.de/
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Einwilligung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Präferenzen
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.