Fledermäuse haben es schwer in unserer zivilisierten Landschaft. Es mangelt zunehmend an Beutetieren, mit den Insekten nehmen sie häufig Insektizide und andere Gifte auf und viele Quartiere werden von Menschen unbewusst zerstört; es fehlen somit Ruhe- Überwinterungs- und Aufzuchtplätze. Zu Zugzeiten verlieren zudem viele Arten ihr Leben durch Windkraftanlagen. Und dann kommt in den Ballungsräumen, wie im Ruhrgebiet, noch der Faktor Lichtverschmutzung hinzu, diese z.T. unsinnige Beleuchtung der Innenstädte während der Dunkelphase. Auf diesen Aspekt fokussierte sich der Vortrag des Biologen Hendrik Denkhaus, den er am 04.03.2026 auf Einladung des NABU Bochum in Kooperation mit dem Tierpark Bochum hielt.
Vortrag Hendrik Denkhaus (Foto: NABU Bochum)
Ausgehend von der allgemeinen Frage Was bedeutet Licht für Lebewesen?ging Herr Denkhaus dann mit vielen interessanten Beispielen und z.T. erschreckenden Untersuchungszahlen auf die Störungen bei der Orientierung, im Verhalten, bei Wachstum und Biorhythmus nicht nur bei Fledermäusen, sondern auch bei anderen Organismengruppen durch die vom Menschen verursachte Lichtverschmutzung ein. Hierzu gehörten z.B. auch durch Licht verursachte Spiegelungen an Glasflächen.
Was können wir gegen die Lichtverschmutzung tun? Neben dem rechtlichen Rahmenwurdensowohl Städtische Beleuchtungs- und Baukonzepte, als auch Beispielefür den privaten Bereich vorgestellt, die belegen, dass dies durchaus möglich und erfolgreich ist.
In diesem Zusammenhang verwies Herr Denkhaus auch auf eine Umfrage der Stadt Bochum zur Zufriedenheit der Bewohner*innen mit der Straßenbeleuchtung; sie startete am 23.02.. Die Ergebnisse der Befragung fließen in die Weiterentwicklung der städtischen Beleuchtungskonzepte ein. Die Teilnahme ist online möglich und dauert nur wenige Minuten: https://bochum-mitgestalten.de/.
Zum Abschluss präsentierte Herr Denkhaus einen Anhang aus eigener Forschung, die er ihm Rahmen seiner Masterarbeit in Lettland durchführte: Wie beeinflusst ein Grünlichtstreifen das Zugverhalten von Rauhautfledermäusen? Mit aufwändiger Methodik wurde nachgewiesen, dass die häufig in Gruppen ziehende Art durch dieses Licht nicht in ihrem gradlinigen Zugverhalten gestört wurden.
Nach lebhafter Diskussion endete nach fast 1,5 Std. ein interessanter, viele Aspekte umfassender Vortrag, für den sich der NABU Bochum und die 24 Teilnehmer*innen mit Applaus beim Referenten bedankten.
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